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Erneuerbare Energien erzeugen mehr Strom in der EU als Gas und Kohle

(vom 23.02.2021)

Laut einer Analyse von Agora Energiewende und Ember lieferten Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft und Biomasse im vergangen Jahr 38 Prozent des Stroms in der Europäischen Union (EU).

Erneuerbare Energien hatten 2020 einen Anteil von 38 Prozent am europäischen Strommix, wohingegen fossile Energieträger nur auf 37 Prozent kamen. Das zeigt eine gemeinsame Analyse von Agora Energiewende und dem britischen Thinktank Ember. Damit übertraf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erstmals EU-weit jene aus fossilen Brennstoffen. Vorangetrieben wurde der Wandel durch das Wachstum der Wind- und Solarstromerzeugung; diese habe sich seit 2015 fast verdoppelt. Im Jahr 2020 stammte bereits ein Fünftel des EU-Stroms aus Wind- und Solarenergieanlagen. Die höchsten Anteile wurden in Dänemark (61 Prozent), Irland (35 Prozent), Deutschland (33 Prozent) und Spanien (29 Prozent) verzeichnet.

Umgekehrt zum Wachstum bei den erneuerbaren Energien hat sich der Studie zufolge die Kohleverstromung seit 2015 halbiert. Allein im Jahr 2020 sank sie um ein Fünftel. Kohlekraftwerke lieferten damit nur noch 13 Prozent des europäischen Stroms. Die Stromerzeugung aus Erdgas sank 2020 hingegen nur um vier Prozent. Hintergrund dieser ungleichen Entwicklung sei der deutlich gestiegene Preis für Emissionszertifikate. Dadurch produzierten vergleichsweise klimafreundliche Gaskraftwerke vielfach den billigsten Strom unter den fossilen Kraftwerken. Sie unterboten in Deutschland, Polen und Tschechien sogar erstmals für einige Monate die Braunkohleverstromung.

Die europäische Stromnachfrage sank laut Agora Energiewende in 2020 um vier Prozent und erreichte im April während der ersten Covid-19-Welle einen Tiefstand. Der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien war trotz der Pandemie stabil. Ein weiterer Rückgang bei den fossilen Energien wurde durch den Anstieg der Stromnachfrage später im Jahr sowie eine unterdurchschnittliche Erzeugung von Atomstrom gebremst.

Die Studie ergab auch, dass Europas Strom im Jahr 2020 um 29 Prozent weniger CO2-intensiv war als 2015. Die Kohlenstoffintensität der europäischen Stromerzeugung erreichte im Jahr 2020 ein Rekordtief von 226 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.

Redaktion: EK / Redaktion mehrFach

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